Das Wichtigste auf einen Blick
- Voraussetzung Wohnkredit: gute Bonität, genügend Sicherheiten und als Richtwert rund 20% Eigenkapital.
- 40%-Richtwert: als bankübliche Orientierung sollte die monatliche Kreditrate nicht mehr als rund 40% Ihres verfügbaren Haushaltseinkommens betragen.
- Haushaltseinkommen: alle regelmäßigen Netto-Einnahmen wie Gehalt, Pension, Mieterträge, Kindergeld oder Alimente.
- Kreditsumme erhöhen: längere Laufzeit, Zweitkreditnehmer oder Förderungen und Subventionen nutzen.
Mindestanforderung bei Wohnkrediten
Um einen Wohnkredit in Österreich für den Kauf oder Bau einer Immobilie zu erhalten, gibt es bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Dazu gehören eine gute Bonität, genügend Sicherheiten und als bankübliche Orientierung ein Eigenkapital von rund 20%. Seit dem Auslaufen der gesetzlichen KIM-Verordnung Mitte 2025 handelt es sich dabei nicht mehr um eine starre Vorgabe, sondern um einen Richtwert der Bankpraxis, von dem Banken im Einzelfall mit entsprechender Begründung abweichen können.
Das Einkommen muss zur Rate passen
Es gibt aber einen weiteren wichtigen Richtwert: Eine Orientierungsgrenze für die monatliche Rate des Kredits, die sich an Ihrem monatlichen Haushaltseinkommen orientiert.
Dieser Richtwert, auch als „Schuldendienstquote“ bezeichnet, besagt, dass die monatliche Rate des Kredits als bankübliche Orientierung nicht mehr als rund 40% Ihres verfügbaren Haushaltseinkommens betragen sollte. Die frühere gesetzliche KIM-V-Vorgabe ist Mitte 2025 ausgelaufen; die FMA empfiehlt diesen Wert seither in einem unverbindlichen Rundschreiben weiter, Banken können davon im Einzelfall begründet abweichen.
Dieser Richtwert soll verhindern, dass Kreditnehmer sich übermäßig verschulden und dass die finanzielle Belastung des Kredits für sie tragbar bleibt.
Was zählt zum Haushaltseinkommen?
Das Haushaltseinkommen umfasst alle regelmäßigen Einnahmen, die Sie monatlich erhalten. Hierbei werden immer die Nettobeträge berücksichtigt.
Zu den Einnahmen, die in das Haushaltseinkommen einfließen, gehören:
- Gehalt, Lohn oder Pension
- Einkommen aus festen Nebentätigkeiten
- Vorhersehbare Kapitalerträge (z.B. Zinsen auf Bankkonten oder Vermögenswerte)
- Mieterträge
- Unterhaltszahlungen, die Sie erhalten
- Staatliche Unterstützung (z.B. Kindergeld, Sozialleistungen)
- Andere feste Einnahmen
Tipp der Redaktion: Wenn der Kredit von mehreren Personen gemeinsam aufgenommen wird, werden auch ihre Haushaltseinkommen zusammengerechnet.

Maximale Kreditrate berechnen
Ein Beispiel
Sie möchten für sich und Ihre Tochter eine 70m² Gartenwohnung am Stadtrand kaufen.
Ihr Haushaltseinkommen beträgt:
- Gehalt: 2.100€
- Kindergeld: 182,40€
- Alimente: 480€
Daraus ergibt sich ein monatliches Haushaltseinkommen von 2.762,40€.
Da die monatliche Kreditrate maximal 40% Ihres Haushaltseinkommen belasten darf, ergibt sich folgende Berechnung:
2.762,40€ x 40% = 1.104,96€
Die Rate des Kredits in diesem Beispiel kann also maximal 1.104,96€ betragen.

Möglichkeiten, die max. Kreditsumme zu erhöhen
Auch wenn Ihr Einkommen möglicherweise nicht ausreicht, um die gewünschte Kreditsumme zu erhalten, gibt es einige Möglichkeiten, wie Sie dennoch einen höheren Kreditbetrag erhalten können. Hier sind einige Strategien, die Ihnen dabei helfen können:
Längere Laufzeit des Kredits wählen
Eine der einfachsten Möglichkeiten, die monatliche Belastung zu senken und somit eine höhere Kreditsumme zu erhalten, ist die Verlängerung der Laufzeit des Kredits. Je länger die Laufzeit, desto niedriger ist die monatliche Rate, obwohl die Gesamtzinsen über die Laufzeit steigen. Dies kann dazu führen, dass die Bank bereit ist, Ihnen einen höheren Kreditbetrag zu gewähren.
Beispiel:
Wenn Sie bei einer Laufzeit von 20 Jahren eine Kreditrate von 1.000 € monatlich zahlen können, könnte diese Rate bei einer Laufzeit von 30 Jahren auf etwa 750 € reduziert werden. Dadurch hätten Sie mehr finanziellen Spielraum für einen höheren Kreditbetrag.
Zweitkreditnehmer hinzufügen
Wenn Sie einen Kredit gemeinsam mit einem Partner oder einer anderen Person aufnehmen, wird deren Einkommen ebenfalls berücksichtigt. Dies führt dazu, dass sich das Gesamthaushaltseinkommen erhöht, wodurch eine höhere Kreditsumme möglich wird. Dabei kann es sich um den Ehepartner, Lebenspartner oder sogar Eltern handeln, die als Mitantragsteller auftreten.
Förderungen und Subventionen nutzen
In Österreich gibt es verschiedene Förderprogramme und Subventionen, die den Immobilienerwerb unterstützen, insbesondere für Familien oder einkommensschwächere Haushalte. Diese Förderungen können entweder als Zuschuss oder zinsgünstige Darlehen gewährt werden und somit die Eigenkapitalquote erhöhen oder die Belastung durch die Kreditrate reduzieren.
Häufige Fragen
Was zählt alles zum Haushaltseinkommen?
Zum Haushaltseinkommen zählen alle regelmäßigen Netto-Einnahmen: Gehalt, Lohn oder Pension, Einkommen aus festen Nebentätigkeiten, vorhersehbare Kapitalerträge, Mieterträge, erhaltene Unterhaltszahlungen sowie staatliche Unterstützung wie Kindergeld. Bei mehreren Kreditnehmern werden die Einkommen zusammengerechnet.
Wie hoch darf die monatliche Kreditrate sein?
Die monatliche Kreditrate darf nicht mehr als 40% des verfügbaren Haushaltseinkommens betragen. Beträgt das Haushaltseinkommen zum Beispiel 2.762,40€, liegt die maximale Rate bei 1.104,96€ (2.762,40€ x 40%).
Wie kann ich die maximale Kreditsumme erhöhen?
Möglich ist eine längere Kreditlaufzeit, die die monatliche Rate senkt, das Hinzunehmen eines Zweitkreditnehmers, dessen Einkommen mitzählt, sowie die Nutzung von Förderungen und Subventionen. Bei längerer Laufzeit steigen allerdings die Gesamtzinsen.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Wohnkredit in Österreich?
Für einen Wohnkredit zum Kauf oder Bau einer Immobilie sind in der Regel mindestens 20% Eigenkapital nötig, dazu eine gute Bonität und ausreichende Sicherheiten.







